Bundesverband der Gipsindustrie e.V.
Industriegruppe Baugipse
Verputzen von Fensteranschlussfolien
TECHNISCHES MERKBLATT
Stand Januar 2005
INHALT
Seite
1. Einleitung 4
2. Planung und Ausschreibung 5
2.1 Planung
2.2 Ausschreibung
3. Untergrundvoraussetzung für den Einbau von Fensteranschlussfolien 7
4. Fensteranschlussfolien 8
4.1 Einsatzbereich der Folien
4.2 Einbau der Fensteranschlussfolien
5. Putz, Wärmedämm-Verbundsysteme und Trockenbau 12
5.1 Allgemeines
5.2 Verputzen von Fensteranschlussfolien im Innenbereich
5.2.1 Gipshaltige Putze
5.2.2 Kalk- und Kalkzementputze
5.3 Trockenbau
5.4 Verputzen von Fensteranschlussfolien im Außenbereich
5.5 Außenwände mit Wärmedämm-Verbundsystemen
Anhang 15
Literaturhinweise
1. EINLEITUNG
Die Luftdichtheit von Gebäuden als Standardausführung wurde
bereits durch die Wärmeschutzverordnung 1995 gefordert. Mit
der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) [1] am
01.02.2002 wurde die Forderung der Luftdichtheit im § 5
fortgeschrieben. Um der Forderung der EnEV zu entsprechen,
wurden zahlreiche Lösungen im Bereich des Fensteranschlusses
erarbeitet. Hier ergeben sich nun technische Regelungen, die
es ermöglichen, dass mit den eingesetzten Materialien und der
gewählten Ausführung die Luftdichtigkeit gewährleistet werden
kann.
Das Merkblatt befasst sich mit der fachgerechten Planung,
Ausschreibung und Ausführung eines luft- und schlagregen-
dichten Anschlusses im Bereich von Fenstern und Türen mit
überputzbaren Fensteranschlussfolien im Trockenbau, Innen-
und Außenputz sowie bei Wärmedämm-Verbundsystemen.
Neben den Fensteranschlussfolien können nach DIN 4108-7
auch spritzbare Fugendichtstoffe sowie vorkomprimierte Dich-
tungsbänder zur Abdichtung eingesetzt werden, die nicht im
Merkblatt behandelt werden. Putzanschlussprofile sind eben-
falls nicht Gegenstand dieses Merkblattes.
Ziel des Merkblattes ist es, das Bewusstsein aller an dieser
Schnittstelle beteiligten Gewerke zu wecken und Lösungsan-
sätze für Planer, Ausschreibende und Ausführende aufzuzeigen.
4
2. PLANUNG UND AUSSCHREIBUNG
Beim Herstellen der Abdichtung von Fensteranschlussfugen planen. Eine Ablaufplanung der Bauausführung ist durch
ist auf eine sorgfältige Planung, Ausschreibung, Ausführung den Planer zu erstellen. Bei der Planung im Neu- oder
und Abstimmung aller am Bau Beteiligten zu achten [2]; Altbau sind hierbei u.a. folgende Aspekte zu beachten:
hierbei genügt es nicht, die bloße Forderung nach der RAL-
Montage zu formulieren. · die Ausbildung der Maueröffnung,
· die wärmebrückenoptimierte Ausführung nach EnEV
im Fenster- und Rollladenbereich,
2.1 PLANUNG · das Fenstermaterial
(Holz, Kunststoff, Metall oder Kombinationen daraus),
Ein luft- und schlagregendichter Fenster- oder Türanschluss · ggf. notwendiger Bewegungsausgleich für die verschiede-
muss vom Planer aufgenommen und geplant werden. Nur mit nen Fenstermaterialien,
geplanten Luft- sowie Schlagregendichtheitskonzepten kann · der Einbau von „vorgehängten“ Fenstern, z.B. in die
verhindert werden, dass unzureichende oder improvisierte Dämmebene bei Passivhäusern (Rahmenholz- und/oder
„Baustellenlösungen“, deren Wirksamkeit und Dauerhaftig- Metallwinkelmontage),
keit in Frage zu stellen sind, Anwendung finden. · das Fensterbanksystem (Stein oder Metall),
· das Rollladen-/Sonnenschutzsystem,
Die zu verwendenden Baustoffe für die Luft- und Schlagregen- · die Bedienung (Kurbel, Elektromotor, Gurtzug)
dichtigkeit müssen bereits bei der Planung darauf abgestimmt des Rollladensystems,
sein, dass diese den besonderen Anforderungen im Leibungs-, · die Anschlussausbildung von Putz, WDVS oder
Fenster- und Rollladenbereich gerecht werden. Dies bedeutet Trockenbau an das Fenster und den Rollladen,
z.B., dass die inneren Anschlüsse luftdicht und die äußeren · die Überdeckung des Putzes über den Fensterrahmen,
Anschlüsse schlagregendicht sein müssen. Wenn dies nicht · die Überdeckung des WDVS über den Fensterrahmen,
gegeben ist, sind Maßnahmen vorzusehen, die dies sicher- · der Trockenbauanschluss an das Fenster.
stellen.
Grundsätzlich ist bei der Umsetzung der bauphysikalischen
Bei der Planung muss festgelegt werden, mit welchen Materi- Anforderungen darauf zu achten, dass der konstruktive Auf-
alien die Wandoberflächen belegt werden, z.B. Putz, Wärme- bau der Anschlussfugen möglichst übersichtlich geplant
dämm-Verbundsystemen (WDVS), Trockenbau, Fliesen, usw. und gestaltet wird. Damit der Fensteranschluss fachgerecht
Dies kann Einfluss auf die zu verwendenden Abdichtungs- ausgeführt wird, müssen alle bauphysikalisch möglichen
materialien oder den Aufbau haben. Einwirkungen, wie Schall-, Wärme-, Feuchte-, Brandschutz
oder Luftdichtigkeit, beachtet werden. Ebenso müssen
Der Planer muss ebenfalls festlegen, welches der Anschluss- mechanische Beanspruchungen in die Detailplanung der
systeme für innen oder außen vorzusehen bzw. auszuführen Anschlussfugen einfließen.
ist. Gleichfalls ist die Luft- und Schlagregendichtigkeit zu
5
2.2 AUSSCHREIBUNG
Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (Teil C Zur Einhaltung der Luftdichtheit ist auf eine sachgerechte
[VOB/C], Allgemeine technische Vertragsbedingungen für Ausschreibung zu achten. Um mögliche Feuchtigkeitsschäden
Bauleistungen [ATV]), gibt zur Ausführung einige Hinweise, im Anschlussbereich zu vermeiden, sollte das Prinzip – in
die in der Ausschreibung beachtet werden sollten. Unter Bezug auf die Wasserdampf-Diffusionseigenschaften der ver-
anderem sollte z.B. für einen Glattstrich im Leibungsmauer- wendeten Fensteranschlussfolien – „innen dichter als außen“,
werk – als Klebefläche für Fensteranschlussfolien – die Aus- angewendet werden. Besondere bauphysikalische Situationen
schreibung speziell darauf verweisen. ATV DIN 18330 – Mauer- (z.B. Schwimmbad, Kühlraum, Sockelbereich von Außen-
arbeiten gibt hierzu einen Hinweis: türen [3]) können andere Lösungen erforderlich machen.
Neben den bauphysikalischen und statischen Anforderungen
ATV DIN 18330 – Mauerarbeiten sind insbesondere seit in Kraft treten der Energieeinsparver-
Nr. 0.2.17 ordnung (EnEV) [1] die Anforderungen an die Dichtheit der
Besondere Ausbildung der Bauteile und Beschaffenheit Gebäudehülle zu beachten. § 5 der EnEV führt hierzu folgen-
der Oberfläche des Mauerwerks, z. B. für Abdichtungen, des aus:
Beschichtungen, Schutzanstriche.
Energieeinsparverordnung
Ebenfalls sind nach ATV DIN 18350 – Putz- und Stuckar- §5 (1) Dichtheit, Mindestluftwechsel
beiten, ATV DIN 18345 – Wärmedämm-Verbundsystem und Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärme-
ATV DIN 18340 – Trockenbauarbeiten in der Ausschreibung übertragende Umfassungsfläche, einschließlich der Fugen,
Hinweise auf die Ausführung zu geben, wie z.B. die Fugen- dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der
ausbildung, die mögliche Vorbehandlung oder welche Art Technik abgedichtet ist.
der Vorbehandlung des Putzgrundes erforderlich ist. Dies
ist insbesondere hinsichtlich der zur Anwendung kommenden
Luft- und Schlagregendichtheitsmaterialien von Interesse. Dies hat zur Folge, dass das Luftdichtheitskonzept bzw. die
Einzelkomponenten zur Erreichung der Luftdichtigkeit aus-
geschrieben werden müssen.
DIN 18350 Putz- und Stuckarbeiten
Nr. 0.2.12
Art und Farbe von Fugenabdichtungen, Fugenabdeckungen
und Fugenhinterlegungen.
Nr. 0.2.14
Vorbehandeln des Untergrundes z.B. Reinigen, Hochdruck-
reinigen, Aufrauen, Aufpicken, Abschlagen von Altuntergrün-
den, Verfestigung des Putzgrundes, Anbringen eines Spritz-
bewurfes, Auftragen einer Haftbrücke, Vorbehandlung stark
saugender Putzgründe.
DIN 18345 Wärmedämm-Verbundsystem
Nr. 0.2.12
Art und Farbe von Fugenabdichtungen, Fugenabdeckungen
und Fugenhinterlegungen.
Nr. 0.2.14
Vorbereiten des Untergrundes z.B. Reinigen, Hochdruck-
reinigen, Aufrauen, Aufpicken, Abschlagen von Altunter-
gründen, Verfestigung des Untergrundes. Vorbehandlung
stark saugender Untergründe.
DIN 18340 Trockenbauarbeiten
Nr. 0.2.22
Art und Ausbildung bauseitiger Abdichtungen.
Nr. 0.2.20
Art, Anzahl, Maße und Ausbildung von Abschlüssen, von
Anschlüssen an angrenzende Bauteile, z.B. mit Anschluss-
profilen, Trennfugen, Trennstreifen, luftdicht.
6
3. UNTERGRUNDVORAUSSET-
ZUNGEN FÜR DEN EINBAU VON
FENSTERANSCHLUSSFOLIEN
Maßgeblich für das Gelingen einer dauerhaften und funktions-
sicheren Fugenabdichtung mit Fensteranschlussfolien ist die
Gestaltung einer möglichst ebenen bauwerksseitigen Fugen-
flanke. Die DIN 4108-7 [2] weist in ihren Abbildungen zur
Fensterabdichtung auf einen Glattstrich vor Fenstereinbau hin.
Die zu beklebende Oberfläche im Leibungsbereich muss eben,
geschlossen und glatt sein; ist dies nicht gegeben, muss
ein Glattstrich mit LM 21 DIN V 18580 oder Leichtputz
DIN 18550-4 [4] erfolgen. Der Glattstrich ist eine besonders
zu vergütende Leistung und muss in der Ausschreibung be-
rücksichtigt werden.
Der Untergrund der Klebeflächen muss tragfähig, fest, staub-,
trennmittel-, öl- und fettfrei sowie oberflächig trocken sein. Abb. 2
Weitere Hinweise zur Untergrundvorbehandlung nach Her- Rohbausituation mit Glattstrich
stellerangabe.
Bei mehrschaliger Bauweise bzw. zweischaligem Mauerwerk,
z.B. mit großer Kerndämmungstiefe ist sicherzustellen, dass
die Wärmedämmschicht im Anschlussbereich eine ausreichen-
de Festigkeit besitzt, um eine ausreichende Tragfähigkeit
der Folie und Putz zu gewährleisten. Die notwendigen An-
schlüsse z.B. spezielle Randanschlussstreifen, Mauerrand-
steine (s. Abb. 3) sind vom Planer festzulegen.
Abb. 1
Rohbausituation vor dem Glattstrich
Abb. 3
Zweischalige Bauweise mit Mauerrandstreifen
und Fensteranschlussfolie
7
4. FENSTERANSCHLUSSFOLIEN 4.2 EINBAU DER FENSTER-
4.1 EINSATZBEREICH DER FOLIEN ANSCHLUSSFOLIEN
Überputzbare Fensteranschlussfolien müssen entsprechend Der Einbau der Folien erfolgt nach Angabe des Herstellers.
der bauphysikalischen Beanspruchung ausgewählt und nach Aufgrund von statischen und thermischen Belastungen sind
Herstellerangabe eingebaut werden. horizontale und vertikale Bewegungen zwischen Fensterrahmen
und Baukörper zu erwarten. Die Montage der Fensteranschluss-
Fensteranschlussfolien werden innen zur Herstellung der folien hat daher spannungsfrei (z.B. schlaufenförmig) zu er-
dauerhaften Luftdichtigkeit und außen zur Erzielung der folgen.
Schlagregendichtigkeit eingesetzt.
Damit ein ausreichender Verbund zwischen Putzsystem und
EPDM (Ethylenpropylendimonomer), Polyisobutylen und Folie gegeben ist, muss diese möglichst vollflächig mit dem
nicht vlieskaschierte Folien sind nicht direkt überputzbar. Untergrund verklebt werden. Die Vollflächigkeit ist gegeben,
(Siehe Anhang) wenn mind. 75% der zu verklebenden Folienfläche mit einer
Klebe-/Dichtmasse verbunden ist, wobei immer die Dichtheits-
funktion des Anschlusses sichergestellt sein muss.
Die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Putzuntergründe
im Leibungsbereich (Folie / Mauerwerk) machen es erforder-
lich, dass ein Mindestanteil des Putzsystems direkt auf dem
Mauerwerk aufgebracht wird. Hierbei darf die von der Folie
überdeckte Breite auf der Leibung max. 60 mm betragen und
maximal 50% der gesamten Leibungsbreite nicht überschreiten.
Tabelle 1
Bestimmung der Klebeflächen in Abhängigkeit von
Leibungstiefe und Breite der Baukörperanschlussfuge.
Leibungstiefe/ Baukörper- Maximaler nicht verklebter Maximale Folien über-
Einseitig Anschlussfuge Folienbereich der deckte Leibungsbreite
Leibungsbreite zwischen
Blendrahmenflucht
und Kleberbeginn
≥ 20 mm 20 mm
150 mm 15 mm 15 mm 60 mm
10 mm 10 mm
≥ 20 mm 20 mm
120 mm 15 mm 15 mm 60 mm
10 mm 10 mm
≥ 20 mm 20 mm
100 mm 15 mm 15 mm 50 mm
10 mm 10 mm
≥ 20 mm 20 mm
80 mm 15 mm 15 mm 40 mm
10 mm 10 mm
≥ 20 mm 15 mm
60 mm 15 mm 15 mm 30 mm
10 mm 10 mm
≥ 20 mm 10 mm
40 mm 15 mm 10 mm 20 mm
10 mm 10 mm
8
Die Fugenbreite zwischen Blendrahmen und Baukörper (Bau-
körperanschlussfuge) bestimmt den Anteil der nicht zu ver-
klebenden Folienfläche in der Leibung. Der Anteil der nicht
zu verklebenden Fläche darf jedoch 20 mm nicht übersteigen.
Die Bemessung der Baukörper-Anschlussfuge ist ausreichend
zu dimensionieren; siehe [5], [6].
Die Verklebung der Fensteranschlussfolien erfolgt z.B. mit
Butylklebebändern oder Kleberpasten.
Abb. 4
Beispielhafte Darstellung einer Folienverklebung
für Leibungstiefe innen 150 mm und Leibungstiefe
außen 80 mm
Abb. 5 Abb. 6
Eckausbildung mit Fensteranschlussfolie, innen Eckausbildung mit Fensteranschlussfolie am
Rollladenkasten
9
Abb. 7
Eckausbildung mit Fensteranschlussfolie und Klebepaste
bei einer Altbaumodernisierung
Im Allgemeinen wird die Fensteranschlussfolie zuerst auf den
Fensterrahmen geklebt. Anschließend wird die Wärmedäm-
mung zwischen Fensterrahmen und Leibungsfläche einge-
baut. Die Fensteranschlussfolie wird spannungsfrei, z.B.
mit einer Schlaufe zwischen Rahmen und Baukörper, auf
die Leibung aufgeklebt. In Abhängigkeit vom Klebersystem
und dem Untergrund können Vorbehandlungen des Unter-
grundes, z.B. mit Primer, notwendig sein.
Die Fensteranschlussfolie sollte mit einer geeigneten Andrück-
rolle an den Baukörper angepresst werden.
Abb. 8
Eckausbildung mit Fensteranschlussfolie und
Klebepaste auf Glattstrich
Abb. 9
Eckausbildung mit Fensteranschlussfolie auf Basisprofil vor
Einbau der Wärmedämmung und Verklebung in der Leibung
10
Fensterbank
Die Ausführung der Fensterbank und ggf. zusätzlicher Abdich- „Dies kann mit einer wannenförmig ausgebildeten Bauabdich-
tungsmaßnahmen muss geplant werden. Hierzu gehört insbe- tungsfolie unter der Fensterbank geschehen. Ist unter der
sondere die Schnittstelle Fensteranschlussfolie/Putz/Fassade/ Fensterbank eine Wärmedämmung eingebracht, so ist die
Fensterbank, da dort die Gefahr des Wassereintritts in den Bauabdichtungsfolie auf dieser zu verlegen.“
Putz besteht.
Es empfiehlt sich der Einsatz von schlagregendichten Fenster-
In [5] wird zum Anschluss der Fensterbank an den Blend- banksystemen.
rahmen/Leibung folgendes ausgeführt:
„Die Anbindung der Fensterbank an die Leibung und an den
Blendrahmen muss regendicht und bewegungsfähig ausge-
führt sein. Werden Fensterbanksysteme eingesetzt, bei denen
der Übergang von Endstücken und Fensterbank undicht ist
(häufig im Eckbereich der Fall), muss durch zusätzliche Ab-
dichtungsmaßnahmen (z.B. wannenförmige Dichtungsbahn)
die Fähigkeit zur Wasserableitung hergestellt werden.“
Abb. 11:
Möglichkeit des Einsatzes von Abdichtungsbahnen unter der
Fensterbank (wenn Bedenken hinsichtlich der Dichtheit be-
stehen) [5], [6]
verklebt Der Einbau der wannenförmigen Abdichtungsbahnen, insbe-
sondere der äußere Anschluss, ist vom Planer fachgerecht zu
entwerfen. Die wannenförmige Dichtungsbahn ist über die
äußere Bekleidung zu führen, und bleibt somit sichtbar.
Im Allgemeinen wird eine wannenförmige Dichtungsbahn
bei monolithischer Bauweise und bei WDVS nicht ausgeführt.
Zwischen Dämmstoff und Metallfensterbänken muss bei
WDVS ein Fugendichtband eingebaut werden.
Verarbeitungstemperatur
Der Temperaturbereich für das Ankleben der Fensteranschluss-
Wetterschutz folie liegt im Allgemeinen zwischen +5°C und +35°C. Her-
stellerspezifisch sind andere Temperaturbereiche möglich.
Trennebene zwischen
Raum- und Außenklima
Materialanforderungen an die Überputzbarkeit von
Fensteranschlussfolien
Dampfdruckausgleich
Vlieskaschierte Folien können überputzbar sein, wenn diese
eine ausreichende Putzhaftung haben und alkalibeständig
sind. Außerdem muss der Folienhersteller die Überputzbarkeit
Abb 10: bestätigen.
Unterer Anschluss im Bereich der äußeren Fensterbank mit
einer Abdichtungsbahn mit Öffnung zum Dampfdruckaus-
gleich nach außen [5], [6]
11
5. PUTZ, WÄRMEDÄMM-VERBUND- 5.2.1 GIPSHALTIGE PUTZE
SYSTEME UND TROCKENBAU Wenn die Bedingungen der Tabelle 1 und Abschnitt 5.1 ein-
5.1 ALLGEMEINES gehalten sind, können die Leibungsflächen mit gipshaltigen
Putzen nach DIN 18550 [8] ohne zusätzliche Maßnahmen
Der Putzuntergrund ist nach VOB/C, DIN 18350, DIN18345, verputzt werden.
DIN 18340 Nr. 3.1 bzw. nach VOB/B [7] DIN 1961 § 4 Nr. 3
zu prüfen. Hierbei sind insbesondere bei ungeeigneter Be-
schaffenheit des Untergrundes Bedenken anzumelden. Der
Untergrund muss von Staub und losen Teilen gesäubert
5.2.2 KALK- UND
werden, grobe Unebenheiten sind zu beseitigen. Der Unter- KALKZEMENTPUTZE
grund muss frostfrei sein.
Unabhängig, ob es sich bei der verklebten Anschlussfolie Vor dem Verputzen ist eine mineralische, kunststoffvergütete
um ein selbstklebendes System oder um ein mit einer Klebe- Haftbrücke der Putzmörtelgruppe P II/(P III) nach DIN 18550
paste verklebtes System handelt, sollen größere Fehlstellen [8] bzw. der Druckfestigkeitsklasse CS II / CS III nach DIN EN
in der Abdichtung durch Unterfüttern mit Klebepaste aus- 998-1 [9] in einer Dicke von ca. 5 mm vollflächig auf die
geglichen werden. Hierbei ist ein Einschneiden der Folie Fensteranschlussfolie und das Mauerwerk aufzutragen. Die
möglich, da dieser Bereich anschließend entweder mit der Oberfläche der Haftbrücke ist z.B. mit einer groben Zahn-
Klebepaste (Nahtpaste) abgedichtet oder ggf. mit einem traufel aufzukämmen. Die Standzeit der Haftbrücke beträgt
kleinen Stück Folie überklebt werden kann. Nachträgliche ca. 1 Tag pro mm Auftragsdicke. Herstellerangaben sind
Ausbesserungen sollten von dem Gewerk ausgeführt werden, zu beachten
das die Anschlussfolie eingebaut hat.
Nach Trocknung der Haftbrücke ist der Unterputz (P I / P II
nach DIN 18550 [8] bzw. CS I / CS II nach DIN EN 998-1
[9]) aufzubringen.
5.2 VERPUTZEN VON Herstellerspezifisch sind andere Verputzempfehlungen
FENSTERANSCHLUSSFOLIEN möglich.
IM INNENBEREICH
Der Anschluss zwischen Fensterrahmen und Putz wird durch
5.3 TROCKENBAU
das Anbringen z.B. einer geeigneten Anputzleiste, eines Trenn-
streifens oder Putzabschlussprofils auf dem Fensterrahmen Der Anschluss zwischen Fensterrahmen und der Gipsplatte
hergestellt. wird durch Anbringen eines geeigneten Anschlussprofils oder
eines Trennstreifens auf dem Fensterrahmen hergestellt.
Die aufzubringenden Putze müssen der Mörtelgruppe P I bis
P IV nach DIN 18550 [8] bzw. den Druckfestigkeitsklassen Das Befestigen der Gipsplattenstreifen im Leibungsbereich
CS I – IV nach DIN EN 998-1 [9] entsprechen. erfolgt z.B. durch Kleben im Dünnbettverfahren (mit der Zahn-
traufel) oder mit Klebebatzen. Andere Trockenbaustoffe sind
Der Putz muss den Fensterrahmen überdecken. mit geeigneten Materialien zu befestigen. Gegebenenfalls not-
wendige Unterkonstruktionen dürfen die Fensteranschlussfolien
im nicht vollflächig geklebten Bereich nicht durchstoßen.
Abb. 12
Überputze Fensteranschlussfolie auf Glattstrich
Abb. 13
Leibungsbekleidung mit Trockenputz
12
5.4 VERPUTZEN VON FENSTER- 5.5 AUSSENWÄNDE MIT WÄRME-
ANSCHLUSSFOLIEN DÄMM-VERBUNDSYSTEMEN
IM AUSSENBEREICH
Der Putzgrund muss nach DIN 18550 [8] so beschaffen sein, Anschlüsse von Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) an
dass eine feste, dauerhafte Verbindung mit dem aufzubringen- Fenstern oder Türen können mit Fensteranschlussfolien,
den Putz erzielt wird. komprimierten Dichtbändern o.Ä. schlagregendicht herge-
stellt werden.
Deshalb bedürfen Fensteranschlussfolien im Außenbereich
einer besonderen Vorbehandlung. Dies kann eine minerali- Grundsätzlich sind alle zugelassenen WDVS-Kleber zur Ver-
sche, kunststoffvergütete Haftbrücke sein. klebung von Dämmplatten auf überputzbaren Fensteranschluss-
folien geeignet.
Der Anschluss zwischen Fensterrahmen und Putz wird durch
das Anbringen einer geeigneten Anschluss-Maßnahme, z.B. Bei einer zusätzlichen mechanischen Befestigung des Dämm-
Anputzleiste, Trennstreifen o.Ä. hergestellt. stoffes ist darauf zu achten, dass die Dübel im tragfähigen
Untergrund befestigt werden, ohne dabei die Fensteranschluss-
Vor dem Verputzen ist eine mineralische, kunststoffvergütete folie zu beschädigen.
Haftbrücke der Putzmörtelgruppe PII/(P III) nach DIN 18550
[8] bzw. Druckfestigkeitsklasse CSII/CS III nach DIN EN
998-1 [9] in einer Dicke von ca. 5 mm vollflächig auf die
Fensteranschlussfolie und das Mauerwerk aufzutragen. Die
Oberfläche der Haftbrücke ist z.B. mit einer groben Zahn-
traufel aufzukämmen. Die Standzeit der Haftbrücke beträgt
ca. 1 Tag pro mm Auftragsdicke. Die Herstellerangaben sind
zu beachten.
Nach Trocknung der Haftbrücke ist der Unterputz (Putzmörtel-
gruppe P I/P II nach DIN 18550 bzw. CS I/CS II, W2, nach
DIN EN 998-1) mit einem eingebetteten, alkalibeständig
ausgerüstetem Armierungsgewebe auszuführen.
Herstellerspezifisch sind andere Verputzempfehlungen mög-
lich.
Abb. 15
Leibungsbekleidung mit Wärmedämm-Verbundsystem und
Folienverklebung auf Glattstrich
Abb. 14
Leibungsbekleidung außen mit Putz
13
14
ANHANG
Nicht überputzbare und nicht vlieskaschierte Folien
Nicht vlieskaschierte Folien z.B. aus EPDM und Polyisobuty-
len sind ohne Aufbringen eines geeigneten Putzträgers nicht
überputzbar und somit nicht Bestandteil des Merkblattes.
Mit der Befestigung des Putzträgers darf die Folie im nicht
vollflächig geklebten Bereich nicht durchstoßen werden.
LITERATURHINWEIS
[1] Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz
und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden
(Energieeinsparverordnung – EnEV) vom 16.11.2001
[2] DIN 4108-7 Wärmeschutz und Energieeinsparung in
Gebäuden – Luftdichtheit von Gebäuden, Anforder-
ungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen
sowie – Beispiele
DIN 4108-3 Wärmeschutz und Energieeinsparung in
Gebäuden – Klimabedingter Feuchteschutz, Anforde-
rungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für die
Planung und Ausführung
[3] DIN 18195 – Bauwerksabdichtungen
[4] DIN 18550-4 – Leichtputze 8/1993
[5] Leitfaden zur Montage
RAL-Gütegemeinschaften Fenster und Haustüren
[6] Einbau und Anschluss von Fenstern und Fenstertüren
mit Anwendungsbeispielen, Technische Richtlinie
Nr. 20 Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks,
Hadamar et al.
[7] VOB/B Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen,
Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von
Bauleistungen, DIN 1961
[8] DIN 18550 Putz
[9] DIN EN 998-1 Festlegungen für Mörtel im Mauerwerks-
bau, Teil 1: Putzmörtel (9/2003)
Hinweis
Technische Merkblätter dieser Art sind nicht die einzige,
sondern eine Erkenntnisquelle für technisch ordnungs-
gemäßes Verhalten im Regelfall. Sämtliche Inhalte dieses
Merkblattes wurden von den Autoren und Herausgebern
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erstellt. Sowohl inhaltliche als auch technische Fehler
können jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Für Hinweise, die zur Verbesserung des Merkblattes führen,
sind die Herausgeber dankbar.
15
HERAUSGEBER
Deutscher Stuckgewerbebund Bundesverband der Fachverband Industrieverband
im Zentralverband Deutsches Gipsindustrie e.V. Glas · Fenster · Fassade Werkmörtel e.V.
Baugewerbe Industriegruppe Baden-Württemberg Düsseldorfer Straße 50
Kronenstraße 55-58 Baugipse Otto-Wels-Straße 11 47051 Duisburg
10117 Berlin Birkenweg 13 76189 Karlsruhe
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64295 Darmstadt
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JANUAR 2005
UNTER MITARBEIT VON
Henkel Bautechnik GmbH, Düsseldorf
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illbruck Bau-Technik GmbH, Leverkusen
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Schmid Baukunststoffe GmbH, Gingen an der Fils
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Sika Deutschland GmbH, Bad Urach
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