Ratcliffe’s Folly in Ecton (Staffordshire) – Das exzentrische Gebäude eines Parlamentsabgeordneten

Photo: The Roaming Picture Taker.
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Arthur Ratcliffe (1882-1963) war Parlamentsabgeordneter für den Wahlbezirk Leek in der Grafschaft Staffordshire. der geradezu besessen war von seinem Haus auf dem Ecton Hill oberhalb des Dorfes Ecton im Manifold Valley (benannt nach dem Fluss Manifold). Das Gebäude hat noch heute mehrere Namen wie Ratcliffe’s Folly, Ecton Folly, Ecton Castle oder The Hillocks. Ratcliffe suchte eigentlich nach einem kleinen Haus, in dem er seine Wochenenden verbringen konnte, fand in Ecton dann auch einen schön gelegenen Bungalow, den er kaufte und erweiterte. Auf dem Dach installierte er eine Aussichtsplattform von der aus man in das Tal hinunter blicken konnte. Alles das reichte Arthur Ratcliffe aber nicht, er baute und erweiterte, baute und erweiterte…und The Hillocks wurde nach und nach zu einer richtigen mittelalterlichen Burg, die ihn viele Jahre kostete, sie fertigzustellen. Zinnen und Türmchen zierten das Gebäude, und einer der Höhepunkte in der Gestaltung seiner Burg war eine kupferverkleidete Turmspitze, die einmal eine Kirche geziert hatte, die aber abgerissen worden war. Als Krönung ließ Ratcliffe eine mit Blattgold überzogene Holzkugel auf ihr anbringen.

Nach dem Tod seiner Frau Ellen im Jahr 1946 baute Arthur Ratcliffe acht Jahre lang an einer Brücke, die er seiner Burg hinzufügte und die er dem Gedenken seiner Frau widmete. Als er 1963 starb ging das Haus an seinen Sohn über, der aber wohl nicht so viel damit anfangen konnte und es verkaufte. Ratcliffe’s Folly ist nach wie vor in Privatbesitz.

Am Ecton Hill war einmal die tiefste Kupfermine ganz Großbritanniens, die Ende der 1890er Jahre ihren Betrieb einstellte. Ecton liegt östlich der Stadt Leek und nördlich von Ashbourne in den Staffordshire Moorlands.

Photo: The Roaming Picture Taker.
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Photo © Kim Fyson (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Februar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Schriftstellerin Elizabeth Cleghorn Gaskell (1810-1865) und der Lindeth Tower in Silverdale (Lancashire)

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Wenn es der Schriftstellerin Elizabeth Cleghorn Gaskell, die von 1810 bis 1865 lebte, in ihrem Wohnort Manchester zu turbulent wurde, zog sie sich gern an die Morecambe Bay, und da speziell in das Dorf Silverdale in Lancashire, zurück. Die Romanautorin, sie schrieb 1857 auch die Biografie „The Life of Charlotte Brontë“ (dt. „Das Leben der Charlotte Brontë“), war zu ihrer Zeit sehr populär; noch heute ist sie durch ihren Roman „Cranford“ (dt. „Cranford“) bekannt oder besser durch die Verfilmung des Romans durch die BBC-Serie gleichen Namens (7 Episoden in 2 Staffeln, in deutscher Synchronisation ab 2010), die ab 2007 gezeigt wurde. In dem Buch beziehungsweise Film stehen die sozialen Veränderungen des 19. Jahrhunderts in England im Mittelpunkt. Gedreht wurde die TV-Serie nicht in Lancashire, sondern überwiegend in Lacock in Wiltshire.

Mrs Gaskell, wie sie meist nur genannt wurde, bewohnte gern in Silverdale den Lindeth Tower, ein dreistöckiges Gebäude, das 1842 von dem Bankier Henry Paul Fleetwood als Sommerhaus erbaut worden war. Fleetwood war ein entfernter Verwandter von Sir Peter Hesketh-Fleetwood (1801-1866), der die nach ihm benannte Stadt Fleetwood in Lancashire gegründet hatte. Mrs Gaskell benutzte das obere Stockwerk des burgartigen Turms als Arbeitszimmer, und hier sollen Teile des Romans „Cranford“ entstanden sein, sowie ihr Roman „Ruth“ (dt. „Ruth: Eine Erzählung“). In dem Gesellschaftsroman geht es um das 15-jährige Waisenmädchen Ruth, das sich in den aristokratischen Lebemann Henry Bellingham verliebt.

Mrs Gaskell hatte von ihrem Arbeitszimmer aus einen sehr schönen Blick auf die Morecambe Bay (siehe dazu meine Blogeinträge). In Silverdale, einem Ort mit etwa 1500 Einwohnern, hat man das Andenken an die Romanschriftstellerin hoch gehalten, indem man die Village Hall nach ihr benannt hat, die Gaskell Memorial Hall.

Eine kleine Notiz am Rand: Die Gesangsgruppe Aquilo, 2013 gegründet, die aus Tom Higham und Ben Fletcher besteht, die beide aus Silverdale stammen, hatte 2021 für ihr Album „A Safe Place To Be“ ein detailreiches Modell-Dorf von Silverdale anfertigen lassen, das sie als Albumcover verwendeten und auch für ihr Musikvideo zu „Out in L.A.“ Darin nehmen sie das Modell der Gaskell Memorial Hall heraus und ersetzen es durch einen amerikanischen Diner, was in der Bevölkerung von Silverdale nicht allzu gut ankam. Hier ist das Video zu sehen.

Photo © Mary and Angus Hogg (cc-by-sa/2.0)

Die Gaskell Memorial Hall.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

The Oare Pavilion bei Oare in Wiltshire – Ein Folly des 21. Jahrhunderts

Photo © Gordon Hatton (cc-by-sa/2.0)

Was haben die Stadt Paris und das Dörfchen Oare in der Grafschaft Wiltshire gemein? Beide haben Bauwerke, die von dem chinesisch-amerikanischen Stararchitekten Ieoh Ming Pei  (1917-2019) entworfen worden sind. In Paris ist es die Glaspyramide über dem Eingang zum Louvre, in Oare ist es der nach dem Dorf benannte Pavilion auf dem Gelände des Oare House. Der Ort in Wiltshire kann sich auch rühmen, dass nirgendwo sonst in ganz Großbritannien ein weiteres Gebäude aus der Ideenschmiede von Ieoh Ming Pei steht.

Im Jahr 2003 ist der Oare Pavilion fertiggestellt worden; eine Auftragsarbeit für den Geschäftsmann Sir Henry Neville Lindley Keswick (1938-2024) und für seine Frau Annabel Thérèse Keswick, Lady Keswick (1942-2022), einer Politikerin und von 2014 bis 2020 Kanzlerin der Universität von Buckinghamshire. Sir Henry ist in China geboren worden und hatte Zeit seines Lebens immer wieder Beziehungen zu dem Land, außerdem kannten Keswicks Vorfahren den Vater des Architekten, sonst wäre es wohl nicht möglich gewesen sein, so einen berühmten Mann für das geplante Bauvorhaben zu gewinnen.

Der 270 qm große Oare Pavilion, der am Ende einer Lindenallee steht und als Sommerhaus fungiert, ist eine Art Folly des 21. Jahrhunderts auf dem weitläufigen Gelände des Oare House, in dem die Keswicks wohnten. Es ist eine achteckige Glasstruktur mit einem pagodenartigen Dach. Für die Inneneinrichtung konnten die Keswicks eine weitere renommierte Persönlickeit engagieren, den Londoner Innenarchitekten John Stefanidis, der weltweit tätig ist und unter anderem durch seine Arbeit im Auftrag von großen Luxushotels bekannt geworden ist.

In Fachkreisen ist der Oare Pavilion sehr positiv bewertet worden. Pei erhielt im Jahr 2010 den vielleicht wichtigsten internationalen Architekturpreis des Royal Institute of British Architects (RIBA), die Royal Gold Medal.

Das Bauwerk ist ein privates Gebäude und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Photo: Anguskirk.
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Oare House, in dem die Keswicks wohnten.
Photo: Anguskirk.
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Published in: on 21. November 2025 at 02:00  Comments (2)  

Follies – The Pepperbox Hill Tower in Wiltshire

Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Überall in ganz Großbritannien verteilt, findet man die Follies, die aus einer Laune heraus erbaut worden sind und oft zu keinem speziellen Zweck dienten. Wie viele es von ihnen gibt, zeigt schon der Umfang des Buches „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales“ von Gwyn Headley (siehe hierzu meinen Blogeintrag) und Wim Meulenkamp, das über 500 Seiten beträgt.

Heute möchte ich ein weiteres dieser liebenswerten Bauwerke vorstellen, den Pepperbox Hill Tower, nur wenige Kilometer von der Kathedralenstadt Salisbury in Wiltshire entfernt. Der sechseckige Turm steht einsam auf einem Hügel, dem Pepperbox Hill, und das schon seit dem Jahr 1606, was ihn zu einem der ältesten Follies im ganzen Land macht. Erbaut worden ist der Pepperbox Hill Tower von Giles Eyre (1635-1695), einem Rechtsanwalt, der auch als Parlamentsmitglied für den Wahlbezirk Downton tätig war, in dem er im Brickworth House wohnte, das nur einen Katzensprung vom Pepperbox Hill entfernt ist.
Wozu diente nun der Turm, der auch nach seinem Erbauer „Eyre’s Folly“ genannt wurde? Es kursieren zwei Vermutungen; die eine besagt, dass Giles Eyre ihn erbaute, damit die Frauen der Landbesitzer der Region die Jagden beobachten konnten, die hier regelmäßig stattfanden. Die andere Vermutung ist, dass Eyre von hier oben aus einen großartigen Blick auf das Longford Castle seines Nachbarn Sir Thomas Gorges hatte, den er offenbar um das gewaltige Schloss beneidete.

Sowohl der Pepperbox Hill als auch der Turm sind heute im Besitz des National Trusts. Zu besichtigen ist der Turm nicht, seine Eingangstüren und alle Fenster sind zugemauert. Dieser Film zeigt ihn von einer Drohne aus.

Blick vom Pepperbox Hill auf die Kathedrale von Salisbury.
Photo: Anguskirk.
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Das Longford Castle, das heute dem Earl of Radnor gehört.
Photo: Peter Curbishley.
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Published in: on 18. Oktober 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

Follies – Das Ratcheugh Observatory bei Alnwick in Northumberland

Photo © Russel Wills (cc-by-sa/2.0)

Wie spricht man den Namen Ratcheugh richtig aus? Die Antwort: Rat Chuff. Wir sind in Northumberland ganz oben im Norden Englands und zwar zwischen den beiden Ortschaften Alnwick und Longhoughton. Über Alnwick habe ich in meinem Blog bisher schon sieben Mal geschrieben, auch im Zusammenhang mit der Percy-Familie, den Dukes of Northumberland, die ihren Familiensitz im Alnwick Castle hat.

Hugh Percy, der erste Duke of Northumberland (1714-1786) ist für den Bau des kuriosen Ratcheugh Observatories verantwortlich, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden ist. Das von weitem wie die Überreste einer Burg aussehende Gebäude diente als Observatorium, aber nicht, um von dort aus in das Weltall zu blicken, sondern damit der Duke und seine Frau Elizabeth bei ihren häufigen Kutschfahrten hier Station machen und sich an ihrem riesigen Landbesitz erfreuen konnten, denn von dort oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf Alnwick und Umgebung. Das Folly liegt auf einer Erhebung, dem sogenannten Ratcheugh Crag, und wurde von dem schottischen Architekten Robert Adam (1728-1792) entworfen und von John Bell, dem Baumeister des Dukes, erbaut. Nach dem Tod von Hugh Percy im Jahr 1786 fügte sein Sohn Hugh Percy, 2nd Duke of Northumberland später noch ein Cottage zu dem Observatorium hinzu, das dem Keeper des Gebäudes als Wohnung diente.

Ratcheugh Observatory ist nach wie vor in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Nur an ganz wenigen Tagen im Jahr öffnet der gegenwärtige Besitzer des Follies, Ralph Percy, 12th Duke of Northumberland, die Pforten, um auch andere Menschen in den Genuss des Rundumblicks kommen zu lassen.

In diesem Film ist das Ratcheugh Observatory von einer Drohne aus zu sehen.

Photo: johndal.
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Photo: Pete Reed.
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Published in: on 24. September 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

Follies – The Hiorne Tower bei Arundel in West Sussex

Photo: Mark Bridge.
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Das Arundel Castle ist ein gewaltiges Bauwerk in der Grafschaft West Sussex. Es thront oberhalb der Ortschaft Arundel und ist seit Jahrhunderten der Familiensitz der Dukes of Norfolk. Doch um diese sehenswerte Burg soll es in meinem heutigen Blogeintrag nicht gehen, sondern um einen „Ableger“ der Burg, nicht weit entfernt auf dem Anwesen des Dukes, den Hiorne Tower. Der Turm steht einsam in den Wiesen und sieht so aus, als wüsste er selbst nicht, warum es ihn hierhin verschlagen hat.

1789 schon wurde der Hiorne Tower erbaut und nach seinem Architekten Francis Hiorne (1744-1789) benannt. Den Auftrag dafür hatte ihm Charles Howard, der 11. Duke of Norfolk, gegeben, der einen Baumeister suchte, der seine langsam verfallende Burg in Arundel wieder auf Vordermann bringen sollte. Francis Hiorne hatte sich zwar schon einen Namen als Kirchenbaumeister gemacht, so hatte er die Church of St Mary the Virgin in Tetbury in Gloucestershire erbaut, doch der exzentrische Duke wollte sich selbst ein Bild von den Fähigkeiten des Mannes machen, und so war der Turm eine Art Probearbeit. Dem Duke gefiel der Turm, doch Francis Hiorne sollte nie die Restaurationsarbeiten am Castle durchführen, da er am 9. Dezember 1789 starb.

So steht er nun da, das 15 Meter hohe dreieckige Bauwerk im neugotischen Stil mit seinen drei achteckigen Ecktürmen und weiß nicht so recht, was es mit sich anfangen soll. Der Hiorne Tower war sogar einmal eine Zeit lang bewohnt und diente dann als Lagerraum. Für einen kurzen Moment stand der Turm sogar im Rampenlicht und diente als Drehort für einige Szenen der TV-Serie „Doctor Who„. „Silver Nemesis“ hieß die dritte Folge der 25. Staffel dieser Endlos-Fernsehserie, die 1988 gesendet und 2024 für die Blue Ray-DVD-Edition noch einmal aufgefrischt worden ist; hier sind kurze Ausschnitte, in denen auch der Hiorne Tower zu sehen ist (ab 3:07).

Dieser Film zeigt einen Drohnenflug über dem Turm.

Photo: Paul Robert Lloyd.
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Published in: on 15. August 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

Follies – Der Luttrell’s Tower in der Grafschaft Hampshire

Photo © Gillian Thomas (cc-by-sa/2.0)

Im Portfolio des Landmark Trusts steht seit dem Jahr 1968 der Luttrell’s Tower, ein Folly in der Grafschaft Hampshire, nahe des Dorfes Calshot, der um 1780 herum für den Parlamentsabgeordneten Temple Simon Luttrell (1738-1803) erbaut worden ist, nach Plänen des Architekten Thomas Sandby (1721-1798). Luttrell war der damalige Besitzer des Eaglehurst Estates auf dem der Turm steht, und das Gebäude ist wahrscheinlich das einzige, das noch von Sandby erhalten ist. Das Anwesen, das später erbaute Eaglehurst House und der Turm sind direkt an der Küste von Hampshire zu finden, mit Blick auf den Solent und die Isle of Wight. Nur wenige Kilometer entfernt, steht auf der Isle of Wight das Osborne House, der Rückzugspalast Queen Victorias. Es hätte nicht viel gefehlt, und die Queen und ihr Ehemann Prince Albert hätten das zum Verkauf stehende Eaglehurst Estate übernommen. Sie hatte es bereits als 14jährige gesehen und lieben gelernt, und nachdem sie den Thron bestiegen und geheiratet hatte, suchte das Paar ein Feriendomizil, entschied sich dann aber doch für das gegenüber liegende Osborne House.

Von 1911 bis 1916 nutzte der italienische Physiker Guglielmo Marconi das Estate und den Turm, um von dort aus seine Experimente mit Funksignalen durchzuführen. Im April 1912 soll er von dort aus die Titanic gesehen haben, die von dem nahe gelegenen Hafen Southampton aus zu ihrer Jungfernfahrt aufbrach, von der sie nie zurückkam.

Kommen wir wieder auf den Landmark Trust zurück, der den Luttrell’s Tower als Ferienwohnung anbietet. Bis zu vier Personen können hier wohnen, die für vier Nächte ab €1000 zu bezahlen haben. Dafür können sie das Erdgeschoss und die beiden Obergeschosse nutzen und haben von ganz oben vom Turm aus einen großartigen Blick auf das Meer und den Schiffsverkehr. Vom Turm führt ein Tunnel zum Strand herunter, der früher einmal von Schmugglern benutzt worden sein soll.
Dieser Film zeigt das Innere des Turms und hier sind Aufnahmen vom Turm und vom Eaglehurst House von einer Drohne aus zu sehen.

Photo: Cornybeard.
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Das Wohnzimmer im Turm.
Photo: Daderot.
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Published in: on 26. Dezember 2024 at 02:00  Comments (2)  

Follies – Das Severndroog Castle auf dem Shooter’s Hill in London

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Es gibt einige Aussichtspunkte in London von denen aus man einen großartigen Blick auf die Stadt hat wie den Primrose Hill oder den Parliament Hill, auch der Shooter’s Hill im Südosten Londons gehört dazu. Hier steht ein Folly, ein 19 Meter hoher Turm namens Severndroog Castle, der zu Ehren von Sir William James, 1st Baronet (1721-1783), errichtet worden ist und zwar ein Jahr nach seinem Tod von seiner Ehefrau Anne James. Sie beauftragte den Londoner Architekten Richard Jupp mit dem Entwurf des Turmes. Jupp hatte als Landvermesser für die British East India Company gearbeitet und deren Hauptquartier, das East India House in der Leadenhall Street in London, entworfen, das 1929 abgerissen worden ist.

Auch Sir William James arbeitete für die East India Company, deren Direktor er wurde, doch vorher war er Commodore der Bombay Marine in Indien und hatte in dieser Eigenschaft am 12. April 1755 ein Fort an der indischen Westküste eingenommen, das Fort Suvarnadurg, das auf einer kleinen Insel vor der Küste errichtet worden war. Aus Suvarnadurg wurde dann im Englischen Severndroog, und somit auch der Name des Castles/Turmes/Follies.

Nach dem Tod von Anne James im Jahr 1798 wechselte das Severndroog Castle mehrfach den Besitzer und wurde eine Zeit lang für Vermessungsarbeiten verwendet, bis es 1922 der London County Council erwarb und daraus eine Besucherattraktion machte. Nachdem der Turm doch schon etwas in die Jahre gekommen war, musste er restauriert werden, mit einer Finanzspritze des English Lottery Funds. Der Severndroog Castle Building Preservation Trust kümmert sich um das Gebäude, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist und von dessen Aussichtsterrasse man einen großartigen Blick auf London und die umliegenden Grafschaften hat. Einen Tea Room gibt es hier auch.

Dieser Film zeigt das Severndoog Castle und vermittelt weitere Details über Sir William James‘ Aktivitäten bei der East India Company.

Severndroog Castle
Castle Wood
Shooters Hill
London SE18 3RT

Die Aussichtsterrasse.
Photo © M J Roscoe (cc-by-sa/2.0)

Blick vom Castle auf London.
Photo: flicksmores.
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Das indische Fort Suvarnadurg.
Photo: Baba Bhatkanti.
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Published in: on 19. Dezember 2024 at 02:00  Comments (2)  

Follies – The Triangular Lodge bei Rushton in Northamptonshire

Photo © David P Howard (cc-by-sa/2.0)

Auf den ersten Blick sieht die Triangular Lodge bei Rushton in der Grafschaft Northamptonshire wie ein Folly aus. Hier ist alles auf die Zahl „3“ bzw. das mehrfache davon zurückzuführen. Doch es steckt mehr dahinter wie wir gleich sehen werden.

Sir Thomas Tresham ließ die Lodge Ende des 16. Jahrhunderts erbauen. Sir Thomas, Vater von Francis Tresham, einem der Verschwörer des Gunpowder Plots, war ein glühender Anhänger des katholischen Glaubens, was in jener Zeit sehr problematisch war und so verbrachte er einen großen Teil seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Im Ely Prison in Cambridgeshire kam er auf die Idee, die Lodge zu bauen und so zeichnete er hier schon einmal in groben Zügen die Symbole an die Wand, die er später beim Bau verwenden wollte.

Nordwestlich von Kettering auf dem Gelände der Rushton Hall begann Sir Thomas schließlich mit dem Bau der Triangular Lodge, einer Huldigung an die Heilige Dreifaltigkeit. Das Gebäude hat drei Seiten, von denen jede 33,33 Fuß lang ist, drei Stockwerke, drei Giebel auf jeder Seite, drei mal drei Wasserspeier und jeweils drei Dreipässe (das sind Ornamente, die aus drei nach außen weisenden Kreisbögen bestehen) pro Reihe und pro Außenwand. Bibelzitate zieren ein Fries an den Wänden, die jeweils aus 33 Buchstaben bestehen. Und über der Eingangstür zur Lodge stehen die Bibel-Worte „Tres Testimonium Dant“ („Denn drei sind, die da zeugen im Himmel“ 1. Johannes 5:7).

„Good Tres“ war dann auch der Name des in die Zahl Drei vernarrten Sir Thomas, mit dem ihn seine Frau ansprach.
Die Triangular Lodge war damals auch zeitweise bewohnt und zwar vom „head warrener“, das war der Mann, der für die Hege und Pflege der Kaninchen zuständig war.

Die Rushton Triangular Lodge gehört heute dem English Heritage und ist in diesem Jahr noch bis zum 3. November, jeweils mittwochs bis sonntags, zu besichtigen.  Das Gebäude liegt einsam an der Landstraße, die von Rushton nach Desborough führt. Viel Platz zum Parken ist dort nicht, lediglich ein kleiner Streifen gegenüber der Mauer lässt Platz für wenige PKWs zu.

Dieser Film gibt einen Eindruck von dem Dreiecksgebäude.

Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. September 2024 at 02:00  Kommentar verfassen  

Follies – The Underwater Ballroom auf dem Witley Park Estate in Surrey

Der See über dem Ballroom und die Neptunsstatue.
Photo: Msemmett.
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James Whitaker Wright (1846-1904) war ein steinreicher Mann, der sein Vermögen zum Ende des 19. Jahrhunderts mit Anlagebetrug gemacht hatte. Er gaukelte den britischen Anlegern gewinnbringende Bergwerksunternehmen in Übersee vor, die aber alle keine Gewinne abwarfen. Ihm wurde 1904 in London der Prozess gemacht, er wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, woraufhin sich Wright das Leben nahm, indem er noch im Gerichtsgebäude eine Kapsel Zyanid schluckte.

1890 hatte sich James Whitaker Wright in Surrey das Witley Park Estate in der Nähe von Godalming gekauft, ein riesiges Anwesen mit einem ebensolchen Landhaus, in das er enorme Summen investierte, um es noch großartiger zu machen. Dazu gehörte auch ein unterirdischer Ballroom, gebaut unterhalb eines von mehreren Seen, die er hat anlegen lassen. Das Besondere an dem Ballroom war die große Glaskuppel, die direkt in das Wasser des Sees hineinragte, so dass man mit einem Glas Whisky in der Hand den Fischen zusehen konnte wie sie um die Kuppel herumschwammen, wenn nicht der Algenbelag zu stark war und das Glas grünlich färbte. £20 000 soll der unterirdische Bau gekostet haben, eine gigantische Summe zu der damaligen Zeit. Der Ballroom war neun Meter hoch, ausgestattet mit bequemen Sofas, Tischen und Stühlen, Palmen, und wenn jemand eine Zigarre rauchen wollte, konnte er das tun, ohne die anderen Gäste mit dem Qualm zu sehr zu belästigen, denn es gab einen Abzug, der oben im See in einer Statue des Meeresgottes Neptun mündete.

Wrights Country House mit seinen 32 Schlafzimmern, seiner Bibliothek, seinem Privattheater, seinen vielen, aus aller Herren Länder zusammengekauften Kunstwerken wurde 1952 ein Opfer von Flammen; der Ballroom ist erhalten geblieben, ist in Privatbesitz und nur sehr selten einmal für interessierte Besucher geöffnet. Hier ist ein Film über Witley Park, seinen ehemaligen Besitzer und den Ballroom.

James Whitaker Wright ist auf dem Kirchhof der All Saints‘ Church des Dorfes Witley begraben worden.

James Whitaker Wrights Grab auf dem Kirchhof von All Saints‘ in Witley (Surrey).
Photo: Uhuep.
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Published in: on 10. März 2023 at 02:00  Comments (3)  

Die Hawkstone Park Follies bei Wem in Shropshire

Hawkstone Hall.
Photo © Steve McShane (cc-by-sa/2.0)

Die Hawkstone Hall ist ein imposantes Gebäude in dem weitläufigen Hawkstone Park in der Grafschaft Shropshire, gut zu erreichen über die A49, östlich der Kleinstadt Wem. Ich habe den Park schon einmal kurz in meinem Blogeintrag über Ziereremiten erwähnt. Dieser „ornamental hermit“ passte wunderbar in dieses von Follies überzogene Parkgelände, die wir uns heute einmal näher ansehen werden.

Sir Rowland Hill, 1st Baronet (1705–1783), ließ Hawkstone Hall 1707 als Familiensitz für sich erbauen, und er, sowie seine Nachfolger, sorgten dafür, dass überall im Park Follies errichtet wurden.

Da ist die Hermitage, in der der Einsiedler Father Francis sein Heim hatte. Der White Tower, der jetzt eigentlich Red Tower heißen müsste, aber ursprünglich weiß angestrichen war, diente als Unterschlupf bei schlechtem Wetter, ein Kamin verschaffte wohlige Wärme. Die Swiss Bridge sollte für ein wenig Schweizer Flair sorgen, sie wurde in den 1990er Jahren restauriert, da sie baufällig geworden war. Der Turm The Monument ist dreißig Meter hoch und verfügt im Inneren über eine Wendeltreppe, über die man die Aussichtsplattform erreichen kann. Von dort oben soll man bei schönem Wetter einen Blick über dreizehn Grafschaften haben. The Grotto ist eine Ansammlung von Höhlen und schmalen Durchgängen, die in den weichen Sandstein geschlagen worden sind. Mein Lieblings-Folly ist die Gingerbread Hall, die früher einmal Temple of Patience hieß, weil die Besucher des Parks dort auf ihren Führer warten mussten.

Eingebettet sind all diese Follies in eine wildromantische Landschaft. Man braucht circa drei Stunden bis man den Park erkundet hat. Von November bis Januar ist der Park geschlossen; im Dezember aber gibt es an einigen Tagen Fahrten mit einem Landrover zur Grotto, deren Höhlen weihnachtlich beleuchtet sind, und wo Santa Claus auf die Besucher wartet.

Dieser Film zeigt einen Spaziergang durch den Park.

Hawkstone Park Follies
Weston-under-Redcastle
Shrewsbury
Shropshire
SY4 5JY

The Hermitage.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

The White Tower.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

The Swiss Bridge.
Photo © Chris Gunns (cc-by-sa/2.0)

The Monument.
Photo: IBBoard.
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The Grotto.
Photo © Chris Gunns (cc-by-sa/2.0)

Gingerbread Hall.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. Dezember 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Tattingstone Wonder in Suffolk – Ein Folly auf der Shotley Peninsula

Die Vorderseite des Tattingstone Wonders.
Photo © Colin Park (cc-by-sa/2.0)

Die Shotley Peninsula ist eine Halbinsel der Grafschaft Suffolk, südlich des County Seats Ipswich gelegen. Unser Weg führt uns heute zum sogenannten Tattingstone Wonder.
Es gab immer mal wieder in der Vergangenheit den Fall, dass ein Landbesitzer in seinem Stately Home unzufrieden mit der Aussicht aus seinen Fenstern war. Da standen doch tatsächlich Dörfer und Häuser im Wege herum, die seine Augen beleidigten. Was also tun?
Der sechste Duke of Devonshire ließ zum Beispiel zwischen 1838 und 1842 das Dörfchen Edensor komplett aus seinem Sichtbereich vom Chatsworth House in Derbyshire entfernen und es dort wieder aufbauen, wo er es nicht mehr sehen konnte.

Der Unternehmer Ralph Allen aus Bath in Somerset baute sich im 18. Jahrhundert eine Burgattrappe, das Sham Castlegegenüber von seinem weitläufigen Wohnhaus, um damit seine Augen zu erfreuen.

Auf der Shotley Peninsula finden wir etwas Ähnliches. Edward White war Ende des 18. Jahrhunderts der Besitzer des Landsitzes Tattingstone Place. Auch er mochte den Blick aus den Fenstern seiner Bibliothek gar nicht, denn da standen zwei Cottages herum, die er als Schandfleck empfand. Jedes Mal ärgerte er sich darüber, wenn er den Raum betrat, also musste Abhilfe geschaffen werden. Glücklicherweise ließ er die beiden Häuser nicht abreißen, er dachte sich etwas viel Raffinierteres aus. Er ließ ein weiteres Cottage hinzubauen und gestaltete alle drei zu einer „Kirche“ um, das heißt, ein vermeintlicher Kirchturm und ein Kirchenschiff wurden hinzugefügt, gotische Fenster eingebaut und schon war Edward White mit seinem neuen Ausblick zufrieden. Ob die Bewohner der Cottages auch zufrieden waren, auf einmal in einer „fake church“ zu wohnen?

…und die rückwärtige Seite.
Photo: Davebulow.
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Tattingstone Place.
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Buxton in Derbyshire Teil 2: Solomon’s Temple auf dem Grin Low Hill

Photo © Mick Garratt (cc-by-sa/2.0)

Vom Grin Low Hill in Derbyshire hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt Buxton, die sich dem Betrachter bei schönem Wetter von ihrer Schokoladenseite zeigt, bei Regen und wolkenverhangenem Himmel sieht das ganz anders aus. Der 434 Meter hohe Hügel wird von einem steinernen Turm gekrönt, dem Grin Low Tower, von den Einheimischen Solomon’s Temple genannt. Es ist sozusagen Solomon’s Temple 2.0; 1.0 war das Original, das im frühen 19. Jahrhundert von einem Landbesitzer mit dem wunderschönen Namen Solomon Mycock errichtet wurde (was wird sich der Mann im Laufe seines Lebens alles hat anhören müssen…). Mr Mycock soll den an sich nutzlosen Turm erbaut haben lassen, um die damals in der Region grassierende Arbeitslosigkeit etwas zu lindern, also eine gute Idee. Leider kümmerte sich niemand um den Turm, denn Ende des 19. Jahrhunderts war er total verfallen.

Eigentlich wollte man in Buxton wieder einen so schönen Turm haben, also was tun? Geld sammeln und einen neuen bauen. Den Duke of Devonshire, vom nicht weit entfernten Chatsworth House, holte man mit ins Boot, er trug auch sein Scherflein dazu bei, und so kam bald genug Geld zusammen, dass der Neubau im Jahr 1896 starten konnte. Bei den Bauarbeiten fand man heraus, dass der zukünftige Turm auf einem Grabhügel aus der Bronzezeit stehen würde, was hoffentlich kein böses Omen für die Zukunft war (war es nicht). Im September 1896 konnte dann der Grin Low Tower, beziehungsweise Solomon’s Temple, feierlich vom Duke of Devonshire der Öffentlichkeit übergeben werden.

92 Jahre später musste erneut Hand an den Turm gelegt werden, denn wieder drohte er, ohne angemessene Pflege zu verfallen, doch die Bewohner von Buxton spendeten genug Geld, um ihren geliebten Temple zu erhalten.

Solomon’s Temple ist frei zugänglich, es sitzt niemand mit einer Kasse davor, und wenn man die steile Treppe mit ausgetretenen Stufen erklommen hat, ist der Blick von oben auf Buxton und den Peak District noch ein klein wenig schöner.

Photo © Brian Deegan (cc-by-sa/2.0)
Photo © Bob Jenkins (cc-by-sa/2.0)
Blick auf die Stadt Buxton.
Photo © Jim Osley (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 23. April 2022 at 02:00  Comments (1)  

Follies – Der Saxonbury Tower bei Rotherfield in East Sussex

Photo © Alan Terrill (cc-by-sa/2.0)

Im Jahr 1828 ließ der Marquess of Abergavenny auf seinem Landsitz, dem Eridge Park Estate, nahe Rotherfield in East Sussex mitten im Wald einen 43 Meter hohen Turm erbauen, dem eigentlich kein besonderer Zweck innewohnte, ein Folly also. Da der Turm auf dem Saxonbury Hill angelegt wurde, nannte der Marquess ihn auch Saxonbury Tower. Vielleicht wollte er das Bauwerk als Aussichtsturm benutzen, denn von der Spitze aus muss man einen wunderschönen Blick auf die umliegende Landschaft haben. Eine Wendeltreppe führte im Inneren des Turmes hinauf, der nicht zugänglich ist, die Tür ist immer verschlossen.

Gwyn Headley und Wim Meulenkamp schreiben in ihrem Buch „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales„, dass der untere Teil der Wendeltreppe weggeschlagen worden sein soll, damit Unbefugte dort nicht hinaufsteigen können, doch das Buch ist schon recht alt und ob das noch immer so ist, konnte ich nicht feststellen. Auf jeden Fall scheint der Zugang zur Turmspitze, wenn überhaupt möglich, sehr gefährlich zu sein. Wenn ich so eine verschlossene Tür in einem alten Gebäude sehe, frage ich mich immer, wer mag wohl den Schlüssel zu dieser Tür besitzen, oder gibt es den vielleicht gar nicht mehr? Vielleicht besitzt die Telekommunikationsfirma Vodafone einen Schlüssel, die einen Teil des Turms auf ihre Kosten restaurieren ließ und ihn im Gegenzug dafür für ihre Zwecke benutzen konnte?

Dieser Film zeigt einen Spaziergang durch den Wald des Eridge Park Estates zum Saxonbury Tower. Dort stehen noch einige weitere Follies in Form von Türmen und einer Höhle wie dieser Film zeigt.

Ein weiterer Folly-Tower auf dem Eridge Park Estate.
Photo © Sally (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 16. März 2022 at 02:00  Comments (2)  

Doyden Castle bei Port Quin in Cornwall

Photo © Sarah Charlesworth (cc-by-sa/2.0)

Samuel Symons war ein wohlhabender Geschäftsmann, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Wadebridge in Cornwall lebte. Mr Symons war ein Mann, der es sich gern gut gehen ließ, der gern trank, spielte und auch anderen Verlustierungen nicht aus dem Weg ging. Doch Wadebridge war dafür nicht so die ideale Location, er stand da zu sehr unter Beobachtung. Also baute er sich im Jahr 1832 seine eigene kleine Burg, weit entfernt von der Zivilisation, an der Nordküste von Cornwall, das nächste Dorf war Port Quin, und nannte sie Doyden Castle. Hier konnte er zusammen mit seinen Freunden (und Freundinnen?) den Vergnügungen nach gehen, die er so schätzte.

Doyden Castle steht noch immer und ist jetzt in der Obhut des National Trusts, kann zwar nicht besichtigt aber bewohnt werden. Die Burg ist ein voll ausgestattetes „Ferienhaus“ mit einem Schlafzimmer im ersten Stock, einem Wohnzimmer im Erdgeschoss, Küche, Badezimmer usw. Der Aufenthalt im Doyden Castle kostet je nach Saison für zwei Personen etwa ab £2000 pro Woche.

Fans der britischen TV-Serie „Doc Martin“ (in Deutschland wurde sie im Free-TV von Sat1 Gold gezeigt), überwiegend in Port Isaac in Cornwall gedreht, kennen die Burg aus der fünften Staffel, in der sie Pentire Castle heißt (hier ist ein längerer Ausschnitt, in dem die Burg gut zur Geltung kommt). Auch für die Fernsehserie „Poldark“ (die von 1975) wurde hier gedreht, da diente die Burg als Wohnort von Dr Dwight Enys (auch hier ein Filmausschnitt).

Photo © Andy F (cc-by-sa/2.0)
Photo: Christopher Dart.
Creative Commons 2.0
Published in: on 23. Februar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Follies – The Sham Castle in Bath (Somerset)

Photo © Paul Brooker (cc-by-sa/2.0)

Der 1693 in Cornwall geborene Ralph Allen war ein wohlhabender Unternehmer, der das englische Postwesen reformierte und sich sehr um das Wohlergehen seine Wohnortes Bath in Somerset kümmerte, den er, zusammen mit dem „Master of Ceremonies“ Beau Nash und dem Architekten John Wood the Elder zu einem eleganten und mondänen Kurort entwickelte.

Ralph Allen besaß ein großes Haus mit 15 Zimmern in der Straße mit dem schönen Namen Old Lilliput Alley, von wo aus er einen wunderbaren Blick auf den Bathwick Hill oberhalb von Bath hatte. Irgendetwas fehlte ihm aber auf dem Hügel, und so kam er auf die Idee, dort oben eine Burg zu erbauen und sich an dem Anblick zu erfreuen. Eine richtige komplette Burg war aber eigentlich gar nicht nötig, eine Fassade reichte durchaus, und da Ralph Allen einige Steinbrüche in der Umgebung von Bath besaß, ließ er 1762 diese Burgattrappe, das Sham Castle, mit Steinen von dort erbauen. Das Folly besteht nur aus einer einzigen Mauer mit kunstvoll gestalteten Fenstern und Türmen, die Rückseite bietet überhaupt nichts Sehenswertes, Allen wollte sich ja nur an der Front seiner „Burg“ ergötzen.

Im Laufe der Zeit drohte das Sham Castle zu verfallen, denn nach dem Tod des Eigentümers interessierte sich niemand mehr dafür. 1921 ging es in den Besitz der Stadt Bath über, die es restaurieren ließ. Heute ziert das Castle den Bath Golf Club, einen privaten Golfplatz, so dass der Zugang nicht so ohne weiteres möglich ist.
Hier ist ein Film über das Sham Castle.

Es existieren noch weitere Sham Castles in England, Ralph Allen war nicht der einzige, der Burgattrappen bauen ließ. George Lyttelton, 1. Baron Lyttelton ließ sich zum Beispiel in Worcestershire auf seinem Landsitz das Hagley Park Castle erbauen; ebenfalls in Worcestershire ist das Clent Castle zu finden, eine hübsche kleine künstliche Burgruine aus dem 18. Jahrhundert.

…und die langweilige Rückseite des Sham Castles.
Photo © Neil Owen (cc-by-sa/2.0)
Hagley Park Castle in Worcestershire.
Photo © Paul Brooker (cc-by-sa/2.0)
Clent Castle in Worcestershire.
Photo © Paul Brooker (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Dezember 2021 at 02:00  Comments (1)  

Massey’s Folly in Farringdon (Hampshire) und noch ein exzentrischer Pfarrer

Photo © Ben Gamble (cc-by-sa/2.0)

Thomas Hacket Massey war Pfarrer in der Gemeinde Farringdon in der Grafschaft Hampshire … und das 62 Jahre lang, von 1857 bis 1919. Ja, manche Pfarrer in englischen Gemeinden waren sehr anhänglich und konnten sich von ihren Schäfchen nicht trennen.

Die All Saints Church war Masseys Arbeitsplatz, aber die geistlichen und seelsorgerischen Tätigkeiten füllten offenbar sein Leben nicht aus, denn er hatte noch ein Hobby, das sehr zeitaufwendig war und das ihn dreißig Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1919 beschäftigte: Das Bauen.

Erst baute der Pfarrer den Altarraum seiner Kirche selbst um, dann machte er sich an das Pfarrhaus, das er umgestaltete, und als das alles fertig war, fiel sein Blick auf die andere Seite der Straße. Dort stand ein altes Haus aus dem 16. Jahrhundert und das musste Massey unbedingt haben und erweitern. Also kaufte er es für £600, und gemeinsam mit einem Maurer und hin und wieder mit einem Zimmermann und einem Hilfsarbeiter baute er in drei Jahrzehnten ein gewaltiges Anwesen, das später den Namen Massey’s Folly tragen sollte. Da der Pfarrer ein sehr penibler Mensch war, riss er manchmal Teile seines Hauses wieder ein, weil die ihm nicht gefielen, und baute sie neu. 17 Schlafzimmer entstanden; wer darin allerdings schlafen sollte, wusste niemand. Zwei Türme krönten das Gebäude, und ich kann mir vorstellen, dass die Einwohner von Farringdon mit Staunen und Bewunderung an diesem merkwürdigen Haus vorbeigingen, das da in ihrer Gemeinde entstanden war. 1910 beendete Massey seine Bauarbeiten… doch niemand zog dort ein. 25 Jahre lang stand das Gebäude leer, dann kam Leben in Massey’s Folly, da die Dorfschule einzog und das Haus als Gemeindezentrum benutzt wurde.

Heute sind Schule und Village Hall wieder ausgezogen und Massey’s Folly soll in ein Wohnhaus mit mehreren Appartments umgebaut werden.

Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)
All Saints in Farringdon.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. November 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Flounder’s Folly bei Craven Arms in Shropshire

Photo © Jeff Buck (cc-by-sa/2.0)

Vielleicht hätte ich ihn sehen können, den Flounder’s Folly, als ich auf der A49 auf dem Weg zum Stokesay Castle in der Nähe von Craven Arms in Shropshire war. Doch zu der Zeit sagte mir der Turm noch nichts. Flounder’s Folly war ein Hirngespinst von Benjamin Flounders (1768-1846), einem Geschäftsmann, der sein Geld hauptsächlich im Eisenbahnwesen und im Schiffbau verdiente. Was macht ein reicher Mann, der sich selbst einen Wunsch erfüllen möchte: Er baut sich einen Turm, von dem aus man weit in die Landschaft blicken kann. Mr. Flounders suchte sich dafür ein Grundstück in einer Wald- und Felderlandschaft in Shropshire aus und zwar den Callow Hill. Er beauftrage mit dem Bau des Turmes örtliche Handwerker (es war eine Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit und es herrschte die Meinung, dass Benjamin Flounders mit dem Bau den Männern ohne Einkommen helfen wollte; ob er aber wirklich so ein Philantrop war, ist ungewiss).
Als er erstmals seinen 1838 fertig gestellten Turm bestieg, war er von der Aussicht begeistert…bis er feststellte, dass ein Hügel den Blick auf sein Anwesen verhinderte. Voller Zorn wollte er den Turm sofort wieder abreißen lassen, bis ihn jemand darauf aufmerksam machte, dass man doch aber am Horizont das Wasser des River Mersey und die ein- und ausfahrenden Schiffe sehen könnte. Der Zorn des reichen Mannes verrauchte ob dieser Aussicht, und der Turm blieb stehen. Ob diese Geschichte stimmt, ist zweifelhaft, denn der Fluss ist fast 100 Kilometer entfernt…

Nachdem Benjamin Flounders im Jahr 1846 gestorben war, interessierte sich niemand mehr so richtig für Flounder’s Folly, und das Bauwerk verfiel mehr und mehr. Die Turmbesitzer wechselten, doch keiner investierte in die dringend nötige Restaurierung (die Schauspielerin Julie Christie, die in der Nähe wohnte, gehörte auch einmal zu den Eigentümern).
Erst im Jahr 2001 nahm der Flounders Folly Trust die Geschicke des Turms in seine Hand und restaurierte ihn in der Zeit von 2001 bis 2005 mit Geldern aus öffentlichen und privaten Mitteln. Am 31. Oktober 2005 wurde er in Anwesenheit der Princess Royal wieder eröffnet.

Heute kann man ihn besteigen, obwohl die Öffnungszeiten recht spärlich sind, in der Regel nur einmal im Monat für wenige Stunden. Wenn die St George’s Flag auf der Turmspitze zu sehen ist, bedeutet das: Heute geöffnet.

Dieser Film zeigt einen Flug mit einer Drohne über den Turm und hier kann man eine Besteigung miterleben.

Photo © Fabian Musto (cc-by-sa/2.0)
Photo © Fabian Musto (cc-by-sa/2.0)
Craven Arms, vom Turm aus gesehen.
Photo © Fabian Musto (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Juli 2021 at 02:00  Comments (1)  

Der Clavell Tower an der Küste von Dorset – Folly, Unterkunft und Filmdrehort

Warum der Reverend John Richards Clavell im Jahr 1830 den nach ihm benannten Turm  an der Küste der Grafschaft Dorset errichten ließ, ist nicht mehr ganz nachzuvollziehen. Man kann den Clavell Tower aber in der Kategorie „Folly“ einordnen. Der Turm sieht toll aus mit seinen zwölf Säulen und dem Rundum-Balkon. Ob es eine gute Idee war, ihn so dicht an die abbruchgefährdeten Klippen zu bauen, wage ich zu bezweifeln, denn er musste im Herbst 2006 etwa 25 Meter landeinwärts verrückt werden (ob das wohl reicht?), mit riesigem Aufwand, denn jeder der mehr als 16 000 Steine wurde abgebaut, nummeriert und fotografiert und dann wieder komplett zusammengefügt. Veranlasst hatte das der Landmark Trust  (ich habe mehrfach über den Trust in meinem Blog berichtet), denn der wollte den attraktiven Turm seinen Gästen zur Vermietung anbieten…mit großem Erfolg wie sich zeigte, denn der Clavell Tower gehört zu den begehrtesten Objekten im Portfolio des Landmark Trusts. Die Gäste haben von dem vierstöckigen Turm einen grandiosen Ausblick auf die Kimmeridge Bay.

Schon der Schriftsteller Thomas Hardy hatte sich in den Turm verliebt und traf sich hier mit seiner damaligen Geliebten Eliza Nicholl. Er fertigte eine Skizze des Clavell Towers an und platzierte sie gegenüber der Titelseite seiner „Wessex Poems„.

Die Krimiautorin P.D. James hatte ebenfalls eine Schwäche für den Tower of the Winds, wie der Clavell Tower auch genannt wird, entwickelt und ließ sich durch ihn 1975 zu ihrem Roman „The Black Tower“ (dt. „Der schwarze Turm“) inspirieren, den die BBC 1985 in eine Mini-Serie mit demselben Titel umwandelte. Dann nehmen wir doch gleich „the real thing“ sagten sich die Filmproduzenten und benutzten für die Dreharbeiten den Clavell Tower. Hier ist die erste Folge zu sehen.

Die Rockgruppe The Style Council drehten ihr Musikvideo „The Boy who cried wolf“ am Turm und hatten damit eine gute Wahl getroffen.

Dieser Film zeigt einen Flug über den Clavell Tower und die Kimmeridge Bay.

Der Turm, bevor er zurückversetzt wurde.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Auch Schwalben lieben den Clavell Tower.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. Januar 2021 at 02:00  Comments (2)  
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John „Mad Jack“ Fullers Pyramide in Brightling (East Sussex)

John „Mad Jack“ Fuller (1757-1834) war einer jener englischen Exzentriker, die sich auch auf dem Gebiet der „Follies“ hervortaten. Dazu erwählte er den Ort Brightling in East Sussex, südlich der A 265 gelegen, nordwestlich von Battle. Mit nur 23 Jahren wurde er schon für Southampton ins Parlament gewählt und war später MP für Sussex. Er legte sich mit dem Speaker des Parlaments an und machte sich in dem hohen Hause unbeliebt. Als Befürworter der Sklaverei war er auch nicht überall gern gesehen.

Aber zurück zu seinen Follies. Mehrere davon stehen in Brightling unter anderem ein 14 Meter hoher Obelisk, ein griechischer Tempel und ein Observatorium. Ich schrieb in meinem Blog darüber.

23 Jahre vor seinem Tod baute er sich ein Mausoleum in Form einer Pyramide auf dem Friedhof der Kirche St. Thomas à Becket in Brightling. Fast 8 Meter hoch ist die Pyramide und die Legende sagt, daß Mad Jack darin an einem Tisch sitzt, in voller Montur mit einem Zylinder auf dem Kopf, vor sich auf dem Tisch ein gegrilltes Hähnchen und eine Flasche Portwein. So soll er auf den Tag der Auferstehung warten.
1982 fand man bei Renovierungsarbeiten heraus, dass diese Legende eben nur eine Legende war. Mad Jack Fuller ist in der Pyramide auf herkömmliche Weise beigesetzt. Schade!

Ein Pub in Oxley’s Green (East Sussex), nur ein Stückchen von Brightling entfernt, ist einmal nach dem Exzentriker benannt worden; aber den gibt es nicht mehr.

Die Church St. Thomas à Becket in Brightling.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Der einstige Jack Fuller, in Oxley’s Green, leider gibt es den Pub nicht mehr.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Follies – Der Broadway Tower, ein sturmumtoster Turm in den Cotswolds

 

Eigenes Foto.

Oberhalb des von Touristen bevölkerten Cotswolds-Städtchens Broadway steht ein Folly namens Broadway Tower, der ganzjährig von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet ist, es sei denn, das Wetter ist sehr schlecht bzw. es weht ein starker Wind. Ich erlebte den Turm kürzlich bei „severe weather“, aber es reichte glücklicherweise noch nicht ganz zur Schließung. Man kauft sein Ticket nicht direkt im Broadway Tower, sondern ca 400 Meter entfernt im Café, wo auch die Parkplätze liegen.
Bei gutem Wetter soll man von hier oben eine Sicht bis zu hundert Kilometern weit haben und 16 Grafschaften sehen können, die Sicht bei meinem Besuch war deutlich geringer. Gebaut wurde der Broadway Tower in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts und er war eine Idee des berühmten Landschaftsgärtners Capability Brown. Eine gewisse Lady Coventry wollte wissen, ob man ein Leuchtfeuer von hier oben von ihrem Haus aus in Worcester, ca 35 Kilometer entfernt, sehen konnte. Sie übernahm die Baukosten, und die Lady musste feststellen, man konnte das Leuchtfeuer sehen. Da hatten sich doch die Baukosten gelohnt…

Später zog der exzentrische Sir Thomas Phillipps mit seiner Druckerei in den Turm, der den Ehrgeiz hatte, jedes jemals gedruckte Buch zu besitzen, was ihm zwar nicht gelang, aber er soll unendlich viele Bücher besessen haben, die er natürlich nie gelesen hatte und die teilweise noch originalverpackt, wie sie von den Buchhändlern geliefert worden waren, in seinem Haus herumstanden (nicht im Broadway Tower).

Der Turm verfügt über zwei Obergeschosse und die Aussichtsplattform. Ein Stockwerk ist den Präraffaeliten Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones und vor allem William Morris gewidmet, die sich häufig im Broadway Tower trafen. Ein weiteres Stockwerk informiert über das Royal Observer Corps, das den Turm während der beiden Weltkriege benutzte, um feindliche Flugzeuge ausfindig zu machen. Am 2. Juni 1943 stürzte ein Armstrong Whitworth Whitley Bomber der Royal Air Force wegen schlechter Sicht direkt neben dem Turm ab, wobei die ganze Crew ums Leben kam.

Man kann den Besuch des Turmes sehr schön mit einem Besuch des kleinen, sehenswerten Ortes Broadway verknüpfen. Ich berichtete in meinem Blog früher schon einmal über meinen Aufenthalt dort im Lygon Arms Hotel.

Hier ist ein Film über den Broadway Tower.

Auf der Aussichtsplattform.
Eigenes Foto.

Auf dem Weg vom Café zum Turm.
Eigenes Foto.

Published in: on 21. März 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Follies – Das Penshaw Monument bei Washington (Tyne and Wear)

Was macht ein griechischer Tempel im Norden Englands in der Nähe des Ortes Washington im County Tyne and Wear? Das Penshaw Monument oder The Earl of Durham’s Monument, wie es offiziell heißt, ist eines jener Follies, die es überall in England gibt und die man dort heiß und innig liebt.

Das Monument ist eine Replika des Hephästos-Tempels in Athen, 30 Meter lang, 16 Meter breit und 20 Meter hoch.
Am 28. August 1844 wurde der Grundstein des Tempels gelegt, dem man John George Lambton, dem 1. Earl of Durham, der zeitweise Generalgouverneur der Provinz Kanada war, widmete.

Nachdem im Jahr 1926 ein 15jähriger Junge vom Tempel zu Tode stürzte, hatte man das Dach für Besucher geschlossen. Erst ab 2011 kann man den Tempel wieder über eine Wendeltreppe in einer der Säulen besteigen

1939 schenkte der 5. Earl of Durham das Penshaw Monument dem National Trust. Vielleicht wusste er nicht so recht, was er damit anstellen sollte.

Das Penshaw Monument bildete den Hintergrund für das Musikvideo „Dig that groove baby“ der Gruppe Toy Dolls.

Hier ist ein mit einer Drohne aufgenommener Film.

Published in: on 28. Februar 2019 at 02:00  Comments (3)  
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Der Exzentriker „Mad Jack“ Fuller und seine Follies in Brightling (East Sussex)

Die Büste von „Mad Jack“ Fuller in der Kirche von St Thomas a Beckett in Brightling.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

Über John Fuller (1757-1834), der der Nachwelt als „Mad Jack“ Fuller in Erinnerung geblieben ist, habe ich in meinem Blog schon vor längerer Zeit geschrieben, in Zusammenhang mit seiner exotischen Begräbnisstätte, einer Pyramide, auf dem Friedhof von St Thomas a Beckett in der Gemeinde Brightling in East Sussex. In der Kirche erinnert auch eine Büste an den Mann, der gleich neben der Kirche auf dem Familiensitz der Fullers wohnte, Rose Hill, das spätere Brightling Park.

Mr. Fuller war ein Exzentriker und auch ein Menschenfreund, der beispielsweise eine Mauer um den Familiensitz bauen ließ, die eigentlich nicht erforderlich war, aber er wollte den Menschen in der Region Arbeit verschaffen, und so entstand eine 1,2 Meter hohe und 6,4 Kilometer lange Umfriedung um Rose Hill. Er ließ auch eine Mauer um den Friedhof herum bauen, als Gegenleistung für die Genehmigung, seine Pyramide auf dem Friedhofsgelände zu errichten.

In Brightling erinnern einige Bauwerke an Mad Jack, die noch heute stehen und die als Follies gelten. Als da sind:

Die Brightling Needle, ein 20 Meter hoher Obelisk, auf einer Erhebung angelegt, der möglicherweise an den Sieg Wellingtons über Napoleon erinnern soll. 1985 kam es zu einer Kontroverse über den Erhalt der Needle, die sich in einem sehr schlechten Zustand befand. Einige wollten sie abreißen lassen, doch der East Sussex County Council entschied sich dafür, sie restaurieren zu lassen.

The Observatory, zu dem sich Mad Jack von seinem Freund, dem Astronomen Sir William Herschel anregen ließ. Entworfen wurde das Observatorium, das über alles verfügte, was damals ein Astronom benötigte, von dem Architekten Sir Robert Smirke; auch eine Camera Obscura, die zu dieser Zeit sehr beliebt war, wurde dort eingebaut.

The Sugarloaf. Das rund 10 Meter hohe spitze Gebäude diente tatsächlich eine Zeit lang als Wohnhaus. Man erzählt sich die Geschichte, dass The Sugarloaf praktisch über Nacht gebaut wurde, damit Mad Jack eine Wette gewinnen konnte. Er hatte nämlich behauptet, dass er von Rose Hill aus den Kirchturm von St Giles in der Nachbargemeinde Dallington sehen könnte, was aber leider nicht stimmte. Also beauftragte er einige Männer damit, dieses Bauwerk schnell hochzuziehen…und er gewann die Wette.

Der Rotunda Temple wurde von dem berühmten Landschaftsgärtner Sir Humphry Repton vorgeschlagen und von Sir Robert Smirke entworfen. Wozu dieses Folly gut war, bleibt bis heute unklar, aber es ranken sich Legenden darum und es heißt, Mad Jack hätte darin wilde Orgien gefeiert.

The Hermit’s Tower oder einfach nur The Tower sollte wohl einen Eremiten beherbergen, aber Mad Jack fand niemanden, der sich dort für sieben Jahre niederlassen wollte.

Brightling Park wird heute für die Aufzucht von Rennpferden genutzt.

Die Brightling Needle.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

The Observatory.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

The Sugarloaf.
Photo © Janet Richardson (cc-by-sa/2.0)

The Tower.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. Juni 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Follies – Knill’s Monument bei St Ives in Cornwall

Der Herzenswunsch des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt St Ives an der Nordküste Cornwalls namens John Knill (1733-1811) war es, in einem von ihm selbst entworfenen Mausoleum oberhalb des Ortes für alle Zeiten beigesetzt zu werden. So baute er 1782 auf dem Worvas Hill in der Nähe der Carbis Bay eine 15m hohe dreieckige Pyramide… und dann kam alles anders, als es der leicht exzentrische Knill geplant hatte. Er starb 1811 in London und wurde auch dort beerdigt, auf dem Holborn Cemetery. Gut, dass er das zu seinen Lebzeiten nicht gewusst hat! So blickt auch heute noch Knill’s Monument auf die schöne Landschaft Cornwalls herab.

In seinem Testament stellte Knill Geld für den Unterhalt seines Mausoleums zur Verfügung und auch £25 für eine merkwürdige Zeremonie, die erstmals 1801 in seiner Anwesenheit durchgeführt wurde und die alle 5 Jahre wiederholt wird.
Jeweils  am 25. Juli müssen 10 Mädchen, alle 10 Jahre alt und weiß gekleidet, zum Monument gehen, begleitet von zwei Witwen, einem Geistlichen, einem Geigenspieler, dem Bürgermeister von St Ives und einem Zollbeamten. Dort singen sie alle den 100. Psalm und anschließend tanzen die Mädchen zu den Klängen des Geigenspielers eine Viertelstunde um das Monument.

Für diese Bemühungen werden die Teilnehmer der Zeremonie von den hinterlassenen £25 (nicht gerade fürstlich) entlohnt; d.h. £15 entfallen auf die Mädchen, Witwen usw. und £10 waren für ein Abendessen vorgesehen, das Bürgermeister, Geistlicher und Zollbeamter zu sich nahmen, wozu sich jeder zwei Gäste aussuchen durfte. Schauplatz des Abendessens: Der George and Dragon Inn am Market Square in St Ives. Wie weit das Geld für die neun Esser reichte ist mir nicht bekannt, aber vielleicht gelang es ja dem George and Dragon für ca £1 pro Person ein schmackhaftes Essen zu zaubern, denn damals war das britische Pfund ja bedeutend mehr wert. Der Pub existiert nicht mehr, er wurde 1887 abgerissen.

Die nächste Zeremonie findet am 25. Juli 2021 statt.

Der Roman „The Sign of the Triangle“ von Joseph Hocking (1860-1937) spielt übrigens am Knill’s Monument.

Hier ist ein kurzer Filmclip von der Zeremonie und hier vom Monument.

Published in: on 4. Juni 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Follies – Jack the Treacle Eater im Barwick Park bei Yeovil in Somerset

1987 veröffentlichte der Schriftsteller Charles Causley (1917-2003) ein Kinderbuch mit dem Titel „Jack the Treacle Eater“ (es wurde nicht ins Deutsche übersetzt), das eine Gedichtsammlung enthält, auf deren Umschlagbild ein junger Mann zu sehen ist, der es offenbar sehr eilig hat und in den Händen ein Dokument zu halten scheint. Wer ist denn dieser sirupessende Jack, der im Sauseschritt durch die Landschaft läuft? Das Gedicht über Jack beginnt so:

Here comes Jack the Treacle Eater,
Never swifter, never sweeter,
With a pack of messages,
Some long, some shorter,
From my Lord and Master’s quarter
(Built like a minaret)
Somewhere in Somerset.

Jack war ein Bote, der wichtige Botschaften der Newman-Familie von ihrem Landsitz Barwick Park bei Yeovil in Somerset nach London brachte (John und Grace Newman hatten Barwick Park im Jahre 1770 errichten lassen) und damit er die Langstrecke stets gut bewältigen konnte, wurde er vorzugsweise mit großen Portionen Sirup gestärkt. Immerhin beträgt die Entfernung Yeovil – London rund 200 Kilometer.

Auf dem Gelände des Barwick Parks finden wir ein Folly, also einen Zierbau, der vor allem zur Verschönerung des Landsitzes errichtet wurde, und der nach dem Langstreckenläufer Jack the Treacle Eater benannt worden ist. Den Auftrag zur Errichtung des Follies soll George Messiter, ein Fabrikant von Handschuhen, gegeben haben, der Anfang des 19. Jahrhunderts den Besitz in Somerset übernommen hatte. Angeblich soll Messiter das turmähnliche Gebäude in erster Linie bauen lassen, um einigen arbeitslosen Menschen in der Region eine Beschäftigung und ein Einkommen zu geben. Es gibt aber auch eine andere Version, die besagt, dass das Folly schon fünfzig Jahre früher erbaut worden ist. Leider lässt sich das genaue Alter nicht mehr feststellen.

Jack the Treacle Eater besteht aus einem Bogen aus unbehauenen Steinen, darauf steht eine Art Turm mit einer Holztür (ob es dazu wohl noch einen Schlüssel gibt? Was findet man hinter der Tür?). Gekrönt wird das merkwürdige Gebilde von dem Götterboten Hermes, und da haben wir die Verbindung: Jack war eine Berufskollege von Hermes, beide hatten die Aufgabe, Botschaften zu überbringen. Der Legende nach soll Jack alias Hermes des Nachts vom Turm heruntersteigen, um sich am nahe gelegenen See zu erfrischen, denn Sirup soll angeblich sehr durstig machen.

Im Barwick Park gibt es noch weitere Follies, den Rose Tower, den Fish Tower und den Obelisken, die aber im Vergleich zum Treacle Eater nicht so attraktiv sind. Der Landsitz befindet sich in Privathand und ist nicht zu besichtigen.

In Yeovil gibt es eine Gruppe von Morris Dancers, die sich Treacle Eater Clog nennen und die in diesem Film in Aktion zu sehen sind.

 

Published in: on 9. Mai 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Wentworth Follies Teil 4: The Rockingham Mausoleum

Wenn man auf einem Landsitz ein Mausoleum findet, geht man eigentlich davon aus, dass darin ein ehemaliger Bewohner beigesetzt ist; in Wentworth Woodhouse ist das aber nicht der Fall. William Wentworth-Fitzwilliam, 4th Earl Fitzwilliam, ließ das Gebäude nach dem Tod seines Onkels, des 2. Marquess of Rockingham erbauen, aus Dankbarkeit für das reiche Erbe, das er nach dessen Tod im Jahr 1782 erhielt, wodurch der Earl zu einem der reichsten Männer Englands wurde.

Auch für den Bau des Mausoleums wurde der Architekt John Carr engagiert; die Bauarbeiten dauerten von 1785 bis 1789. Carrs Plan war, ein dreistöckiges Gebäude in neoklassizistischem Stil zu schaffen, eingerahmt von vier Obelisken, die früher direkt am Herrenhaus standen. Die sterblichen Überreste des 2. Marquess of Rockingham fanden allerdings nicht ihre letzte Ruhestätte in diesem imposanten Mausoleum, er wurde im York Minster beigesetzt. Dafür findet man im Inneren ein Standbild von ihm, das der berühmte Bildhauer Joseph Nollekens (1737-1828) angefertigt hatte. In den Nischen im Erdgeschoss stehen Büsten von Rockinghams engsten Freunden: Edmund Burke, Charles James Fox, Admiral Keppel, Lord John Cavendish, John Lee, the Duke of Portland, Frederick Montagu und Sir George Saville. Dabei handelt es sich allerdings nicht mehr um die Originale, die aus Sicherheitsgründen durch Abgüsse ersetzt worden sind.
Der große Sarkophag im ersten Stock ist leer.

Seit 1991 ist das Rockingham Mausoleum für die Öffentlichkeit freigegeben worden, die es von Ende Mai bis Ende August jeweils sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr besichtigen darf.

Dieser Film zeigt das Mausoleum, von einer Drohne aus gefilmt.

Das Deckengewölbe des Mausoleums.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. Februar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Wentworth Follies – Teil 3: Keppel’s Column

Augustus Keppel, 1. Viscount Keppel (1725-1786) war ein guter Freund des 2. Marquis of Rockingham, dem Besitzer des Wentworth Woodhouse Estates, und ihm zu Ehren ließ der Marquis eine Säule auf seinem Grundstück erbauen, die Keppel’s Column. Der Admiral stand nach der Schlacht bei Ouessant (1778) vor dem Kriegsgericht, wurde aber freigesprochen, und das nahm der Marquis of Rockingham zum Anlass, am Südende seines Parks die Säule zu errichten, die eigentlich noch höher und mit einer Skulptur des Admirals versehen werden sollte. Doch daraus wurde nichts; es wird vermutet, dass dem Marquis das Geld ausgegangen war, so dass wir es heute immer noch mit einer nicht ganz fertiggestellten Säule zu tun haben.
Entworfen wurde sie von dem Architekten John Carr (1723-1807), einem außergewöhnlich kreativen und produktiven Mann, der vor allem im Norden Englands zahlreiche Arbeiten geleistet hat wie u.a. am Harewood House, am Castle Howard, am Raby Castle und natürlich auch am Wentworth Woodhouse selbst.

Bis in die 1960er Jahre war es möglich, die 35 Meter hohe Säule zu besteigen, aber leider ist sie mittlerweile so instabil geworden, dass ein Besuch nicht mehr erlaubt ist. Glücklicherweise gibt es aber Drohnen, die mit ihren Kameras wunderschöne Ausblicke auf Keppel’s Column einfangen können wie dieser Film zeigt.

Blick auf Keppel’s Column vom Wentworth Woodhouse aus.
Photo © Terry Robinson (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. Februar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Wentworth Follies – Teil 2: Hoober Stand

1747/48 wurde der Hoober Stand, ein weiteres Folly auf dem Gelände des Wentworth Woodhouse Estates, gebaut. Entworfen hat dieses pyramidenartige Gebäude Henry Flitcroft, ein Architekt, der auch am Haupthaus einige Erweiterungen vorgenommen hat, das sich rühmen darf, die längste Frontfassade aller englischen Landsitze zu haben. Der Hoober Stand wurde zur Erinnerung an die Niederschlagung des Jakobitenaufstands erbaut. Thomas Watson Wentworth kämpfte an der Seite Georgs II. gegen die Aufständler und wurde dafür vom König in den Stand eines Marquis erhoben. Aus Dankbarkeit errichtete der frischgebackene Marquis of Rockingham den dreißig Meter hohen Turm über dessen Eingangstür die Worte stehen:

„This pyramidall building was erected by his Majestys most dutiful subject Thomas Marquess of Rockingham in grateful respect to the preserver of our religious laws and libertys King George the Second who, by the blessing of God having subdued a most unnatural rebellion in Britain anno 1746 maintains the balance of power and settles a just and honourable peace in Europe 1748“.

Das dreieckige Gebäude verfügt über eine Aussichtsplattform, die man über 155 Stufen erreicht und von der aus man einen Blick auf das Wentworth Woodhouse-Hauptgebäude und die umliegende Landschaft hat. Man kann den Turm/die Pyramide von Ende Mai bis Ende September jeweils sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr besteigen.

Ehe ich es vergesse: Der Name Hoober Stand kommt von dem nahegelegenen Dörfchen Hoober.
Diese kamerabestückte Drohne zeigt uns sehr schöne Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven vom Hoober Stand.

Blick vom Hoober Stand auf Wentworth Woodhouse.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Februar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Wentworth Follies – Teil 1: The Needle’s Eye

Nur wenige Kilometer von Rotherham (South Yorkshire) entfernt im Wentworth Park stehen die vier sogenannten Wentworth Follies, von denen ich heute als erstes The Needle’s Eye vorstellen möchte.
Der 2. Marquis of Rockingham, zweimaliger Premierminister Englands Ende des 18. Jahrhunderts, war der „Schöpfer“ dieser rund 15 m hohen Pyramide. Wann sie genau gebaut wurde, ist nicht eindeutig, es muss aber in etwa zwischen 1740 und 1745 gewesen sein.

Warum nun wurde diese steinerne Pyramide, die von einer Urne gekrönt wird, gebaut? Es existiert da eine nette Geschichte, deren Wahrheitsgehalt aber auf sehr tönernen Füßen steht:
Der 2. Marquis of Rockingham soll einmal, während er nicht mehr ganz nüchtern war, eine Wette abgeschlossen haben, bei der er behauptete, er könne eine Kutsche durch ein Nadelöhr fahren. Am nächsten Morgen, bei genauerer und nüchterner Betrachtung dieser Wette, musste er doch feststellen, dass das wohl nicht zu bewerkstelligen ist, es sei denn… er baute einen Torbogen, der breit genug war, um mit einer Kutsche hindurchfahren zu können und nannte das ganze einfach „Needle’s Eye“ und schwupps war die Wette gewonnen.
Da in der Pyramide einige Einschusslöcher zu finden sind, wird auch gemutmaßt, dass hier einmal Exekutionen stattgefunden haben könnten.

The Needle’s Eye gibt nach wie vor einige Rätsel auf und bleibt vielleicht für immer ein Geheimnis des 2. Marquis of Rockingham. Hier ist ein Drohnenflug über dem Folly zu sehen.

Published in: on 23. Februar 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Follies – Der Charborough Tower bei Morden (Dorset)

Nördlich von Wareham in Dorset, bei dem Dörfchen Morden, liegt ein Folly, das das Countryfile Magazine unter die Top 10 Großbritanniens gewählt hat: Der Charborough Tower, ein 1790 von der Drax-Familie, die hier auch heute noch im Charborough House wohnt, erbauter Turm im gotischen Stil auf dem Gelände des Charborough Park Estates.

Eine Plakette am Turm informiert über die Baugeschichte:

„This tower was built by Edward Drax, Esquire, in the year 1790, during the short time he was the possessor of Charborough. It was struck by lightning on the 29th November 1838, which so damaged it that it became necessary to take down the greater part. It was rebuilt in 1839 by John Samuel Wanley Sawbridge Erle Drax Esquire who carried it forty feet higher than it was originally built, making the present height upward of one hundred feet.“

Der 30m hohe Turm ist achteckig und scheint fünf Stockwerke zu haben. Vom Charborough House führt ein großartiger Zugang zum Turm; über einen von einer steinernen Balustrade gesäumten, breiten, grasbewachsenen Weg gelangt man zu diesem Dorsetschen Folly, das leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur an einigen Tagen im Jahr besteht die Möglickeit, sich das Anwesen und den Turm anzusehen, meist in Zusammenhang mit einer Veranstaltung für wohltätige Zwecke.

Im Turm führt eine steinerne Wendeltreppe bis zur Aussichtsplattform, von der aus man seinen Blick über vier Grafschaften schweifen lassen kann. Verziert ist der Charborough Tower mit steinernen Fratzen und Wasserspeiern.

Thomas Hardys Roman „Two on a tower“ aus dem Jahr 1882 ist hier angesiedelt. So weit ich ermitteln konnte, ist dieses Buch nie in die deutsche Sprache übersetzt worden.

Charborough Park
Wareham
Dorset
BH20 7EN

Gargoyles am Turm.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Charborough House
Photo © John Lamper (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 9. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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